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Was man braucht als Schauspieler_in:
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Es ist nicht schlecht, wenn man gut auswendig lernen kann.
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Dass man eine Methode findet, wie man Texte auswendig lernt.
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Für die Aufnahme- oder Zulassungsprüfung muss man ausschließlich
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Monologe lernen, weil man spielt alleine vor.
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Die Zulassungsprüfung an allen Schauspielschulen ist so,
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dass man ein Vorsprechen macht.
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Die Ausbildung an einer Schauspielschule dauert normalerweise vier Jahre.
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Man hat im ersten Jahr einen Gruppenunterricht, Ensembleunterricht.
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Da lernt man Raum kennenlernen,
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Partner kennenlernen, sich kennenlernen.
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Unterschiedlichste Dinge, die wichtig sind, um später spielen zu können.
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Danach geht es in die Rollenarbeit.
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Man hat aber auch Bewegungsunterricht, meistens morgens.
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Man lernt atmen und sprechen, seine Stimme benutzen.
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Man singt. Man hat Aikido an manchen Schulen.
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Man hat an vielen Schulen auch andere Kampfsportarten.
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Man hat Fechten. Das fand ich super!
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Man kann schreiben lernen.
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Man hat Theatergeschichte, Dramaturgie.
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Man hat eine Filmausbildung an manchen Schulen.
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Das ist eine Zeit, in der man ganz viel ausprobieren kann,
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sich ausprobieren kann, in verschiedene Rollen schlüpfen kann.
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Nach drei Jahren macht man dieses Absolvent_innen-Vorspiel
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und bei diesem Absolvent_innen-Vorspiel hat jede studierende Person
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ein bestimmtes Zeitkontingent, in der sie - er - they
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Monologe und Szenen vorspielt.
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Und hoffentlich kommen zu diesem Absolvent_innen-Vorspiel viele
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Regisseur_innen, Intendant_innen, Dramaturg_innen, Kolleg_innen und Caster_innen.
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Und man bekommt sofort super Angebote
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und muss sich überlegen, wo man jetzt hingeht.
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Das ist der Traum, dass man aussuchen kann.
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Aber praktisch geht man nach dem Absolvent_innen-Vorspiel
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auf eine kleine Reise und spielt in München, Neuss und Berlin
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dieses Programm, was man hier auch schon gezeigt hat vor
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und wenn es gut läuft, bekommt man ein Angebot,
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zu diesem Theater hinzufahren und noch mal seine Monologe vorzusprechen.
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Und wenn es ganz gut läuft, bekommt man dann ein Angebot,
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an dieses Haus zu gehen und da zu spielen.
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Das ist wirklich schwierig, als Schauspieler_in das zu verstehen:
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Es geht nicht immer nach Qualität.
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Es geht auch nach persönlichem Geschmack.
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Und damit zurechtzukommen, das ist ganz schön schwierig.
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Aber das lernt man auch.
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Das ist wunderschön, mit Kolleg_innen
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im Probenprozess was zu erarbeiten,
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abends da zu stehen, Leute kommen extra, zahlen Geld dafür.
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Das ist ein so schönes Gemeinschaftserlebnis,
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ein solcher Luxus -
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das hat man in keinem anderen Beruf. Das ist einfach wunderschön.
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Ich habe immer sehr gerne viele Filme geschaut
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und mein Vater hat mich auch immer sehr animiert,
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weil ich sehr gerne Pantomime zu Hause gemacht habe.
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Ich habe immer auch sehr viel Sport betrieben,
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verschiedene Kampfsportarten und auch Ballsport,
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Taekwondo, Fechten, Surfen - alles Mögliche.
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Ich wollte so vieles machen.
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Dann habe ich etwas gefunden, das alles für mich vereint.
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Ich habe wirklich alles auch anwenden können
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in der Körperlichkeit, im Auftreten auf der Bühne
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und auch in verschiedenen Produktionen.
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Die letzten zwei Stücke, die ich gespielt habe, das war etwas,
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worin ich mich sehr gefunden habe, ohne es überhaupt zu wissen.
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Da habe ich entdeckt,
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dass vieles in mir auch geschlummert hat, das ich erst entfalten konnte
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durch meinen Beruf, durch dieses spezifische Stück,
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durch die Untersuchung davon.
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Als Theaterdarsteller ist es meistens so,
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dass man einen geregelteren Ablauf hat.
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Man steht in der Früh auf,
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macht eventuell seine Körper- und Stimmübungen für die Stimmhygiene.
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Dann geht man zur Probe und hat entweder Textarbeit oder an die Bühne.
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Dann hat man auch zu einer bestimmten Zeit, meistens ungefähr zur selben Zeit, aus.
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Beim Film ist das etwas anders.
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Man arbeitet sehr von Projekt zu Projekt und es kann ein Frühdreh, Spätdreh sein
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oder man kann viele Tage hintereinander drehen
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und dann hat man wieder plötzlich eine Woche Pause.
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Ich wollte Schauspiel machen, seitdem ich zehn bin
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und habe dann angefangen, Theater zu spielen,
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in einigen Kurzfilmen mitzuwirken.
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Der Beruf ist genau der Richtige für mich.
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Bei uns ist es so, dass man im vierten Jahr
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etwas weniger Unterricht hat, weil man auf den Abschluss vorbereitet wird,
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sodass dadurch die Möglichkeit entsteht,
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dass man auch Engagements außerhalb schon annehmen kann.
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Und da spiele ich in Salzburg.
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Was man da lernen muss, ist, sich zu organisieren.
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Weil wenn man alle zwei Tage hin und her pendelt und guckt:
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Wann habe ich Vorstellung? Wann muss ich in der Uni sein?
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Wann muss ich wo sein?
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muss man lernen, sich zu organisieren.
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Mich interessiert tatsächlich Film und Theater,
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weil es ist ein Beruf, der an sich schon so viel Vielfältigkeit mit sich bringt.
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Und im Film ist noch mal ein anderes Spiel vor der Kamera gefragt
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als jetzt auf der Bühne.
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Man braucht auf jeden Fall Durchhaltevermögen.
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Das fängt aber nicht erst im Studium, sondern schon in den Vorsprechen an.
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Ich habe acht Mal vorgesprochen
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und man denkt, dann hat man die Vorsprechphase hinter sich.
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Aber das ist ja so, wie der Beruf einfach funktioniert.
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Ob es Castings sind, ob es Vorsprechen sind.
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Es inspiriert mich immer, mit so vielen verschiedenen Menschen zu arbeiten,
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dass die Menschen, mit denen man arbeitet, sehr offen sind
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und dass man auch Figuren spielen kann, die scheinbar einem sehr fremd sind
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und merkt, dass man ganz viele Gemeinsamkeiten hat.
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Actress | Actor
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What you need as an actor:
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It's useful, if you are good at memorising.
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That you find a method for memorising texts.
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For the entrance or admission exam you only have to
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learn monologues since you perform by yourself.
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The admission exam to all drama schools
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involves doing a live audition.
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Training to be an actor at drama school usually takes four years.
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In the first year you have group classes, ensemble sessions.
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You develop spatial awareness,
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get to know your partners, and yourself.
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A wide range of things that are crucial to becoming an actor.
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Then you move on to character work.
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But you also have movement classes, usually in the morning.
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You learn breath control and how to use your voice.
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You sing. You do Aikido at some schools.
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Many schools also offer other martial arts.
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You do fencing. I really liked that!
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You can learn how to write.
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You study theatre history, dramaturgy.
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Some schools also offer screen acting training.
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It's a time when you can try out a lot,
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explore yourself, actually step into different roles.
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After three years you do this graduate showcase
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and at this graduate showcase each student has
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a specific time slot in which they
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perform monologues and scenes.
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And hopefully, to the graduate showcase, lots of
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directors, artistic directors, dramaturges,
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colleagues and casting agents will attend.
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And you get great offers straight away,
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and have to think about what to do next.
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That's the dream, to be able to choose.
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But in practice, you go on tour after the graduate showcase,
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and perform the same programme in Munich, Neuss and Berlin.
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If all goes well, you receive an offer
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to travel to a theatre and audition again using the same monologue.
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And if it really goes well, you receive an offer,
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to join that theatre and perform there.
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It's really difficult to grasp this as an actor:
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It isn't always based on merit.
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It also depends on personal taste.
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And learning to accept that is really quite difficult.
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But you do learn it.
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It's wonderful, creating something
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with colleagues in rehearsals,
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being on stage, people coming especially and pay to see you.
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That is such a wonderful shared experience,
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such a luxury -
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it's unlike any other profession. It's just wonderful.
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I've always liked watching films
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and my father strongly encouraged me,
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because I always loved performing mimes at home.
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I've always done a lot of sport as well,
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various martial arts and also ball sports.
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Taekwondo, fencing, surfing - all sorts of things.
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I wanted to do lots of things.
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Then I found something, that combined them all.
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I've really been able to use them all
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in my physicality, in my stage presence
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and also in various productions.
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In the last two plays I performed in, there was something
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that really resonated with me, without me realising it.
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I discovered so much had been dormant within me,
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that I could only awake
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through my profession, through this specific play,
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exploring it in detail.
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As a stage actor it's usually the case
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that you have a more structured routine.
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You get up early,
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you might do physical and vocal exercises for your vocal health.
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Then you go to rehearsals and have either table work or on-stage sessions.
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Then you also finish at a certain time, usually at roughly the same time.
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It's a bit different in film.
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You usually work from project to project with maybe early calls, late shoots
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or you might film for several days in a row
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and then you suddenly have a week off.
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I wanted to be an actor since I was ten
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and then started performing in a theatre,
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appearing in several short films.
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This is just the right profession for me.
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In this school we have fewer classes in the fourth year
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because we are preparing for graduation
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which makes it possible for us
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to take on professional work outside the school.
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And I'm performing in Salzburg.
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What you do need to learn is to be well-organised.
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Because when you travel every two days and check:
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When is my performance? When do I have to be at uni?
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When must I be where?
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you have to learn to be organised.
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I'm actually interested in film und theatre,
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because it' a profession that inherently has so much variety to offer.
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Film requires a different kind of acting on camera compared to on stage.
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You definitely need perseverance.
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That doesn't start at university, but rather with the auditions.
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I auditioned eight times
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and you think that the audition stage is over.
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But that is simply how the profession works.
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Whether it's castings or auditions.
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I always find it inspiring working with so many different people,
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that the people you work with are very open
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and that you can play characters that seem totally alien to you
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and notice that you have an awful lot in common.